Monsteralarm: Riesenkäfer im Kompost

Gestern rief mich der Garten, allerdings mit der eher ungeliebten Arbeit des Kompostumsetzens… Doch es kam anders und wurde überaus spannend: Denn in dem fast reifen Kompost stieß ich auf bizarre Monsterkäfer. Ich hatte letztes Jahr schon mal zwei Exemplare gefunden. Dass ich diesmal aber über ein Dutzend Riesenkäfer im Kompost finden würde, war doch unerwartet!

Gestatten: Nashornkäfer

Finden wir Riesenkäfer im Kompost handelt es sich gewöhnlich um Nashornkäfer (auf Schlau Oryctes nasicornis). Sie gehören zur Familie der Blatthornkäfer und spielen damit in der gleichen Liga wie z. B. die selten gewordenen Hirschkäfer. Nashornkäfer gehören mit 4-5 cm zu den größten Käfern, die es bei uns so gibt. Ich konnte live erleben, dass sie auch zu den stärksten Insekten überhaupt gehören!

Nashornkäfer zeigen einen starken Geschlechtsdimorphismus. Das bedeutet, Männlein und Weiblein sehen sehr unterschiedlich aus. Nur die Käferherren tragen nämlich das imposante Horn auf der Stirn. Die Käferdamen zeigen an der entsprechenden Stelle höchstens einen kleinen Hubbel. Die Damen in meinem Kompost allerdings nicht.

Nashornkäfer sind kastanien- bis schwarzbraun und haben eine so glatte Oberfläche, dass es spiegelt. Und das, obwohl sie tief in der Erde vergraben leben! Erstaunlich, was man da für blitzblanke Exemplare findet. Von der Unterseite sieht es allerdings ganz anders aus. Da sind sie dicht rotbraun behaart (aber auch blitzsauber, erstaunlich).

Was tun die Riesenkäfer im Kompost?

Die Käfer selbst leben nur ein paar Wochen. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv und verbringen die Tage „unter Tage“. Wer wirklich im Kompost lebt, das sind die Larven. Die ernähren sich von totem pflanzlichen Material und fressen 3-5 Jahre, bevor sie sich verpuppen. Die Larven sind vollends unheimlich, den sie werden fingerdick und bis zu 10 cm lang! Stellt euch vor, das begegnet euch unerwartet beim Graben im Kompost… Bedauerlicherweise gab’s bei mir im Kompost keine Larven mehr, aber ich habe hier ein Bild für euch verlinkt.

Stark wie … ein Nashorn

Nach der Fotosession habe ich die bizarren, eindrucksvollen Tiere in meine schön gesiebte Komposterde gesetzt. Es war recht kühl, deshalb bewegten sie sich extra langsam; aber wenn sie einmal auf dem Weg sind, dann hält sie auch nichts mehr auf: Die gehen einfach in den Boden hinein! Kopf voran. Bisschen schieben, bisschen Brocken beiseite rucken, und geradewegs in die Tiefe! Mir tun heute noch die Arme weh vom Graben gestern. Diese Kraftprotze von Käfern walzen einfach durch. Erstaunlich!

Tschüss, ihr Riesenkäfer!

Was gibt’s draußen gerade sonst noch so?

Schwärmen die Wildbienen bei euch gerade?

Bald ist Ostern – wie wäre es mit selbst gestalteten Kräutereiern?

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