Rosengallwespen und „zottelige Früchte“

Was ist das denn?! Zottelige grüne Kugeln wachsen dies Jahr an meinen Rosen! Was auf die Ferne hart und stachelig wirkt, entpuppt sich aus der Nähe als recht weich und fluffig. Früchte sind es nicht, denn die zottligen Kugeln sind an Stängeln und Blättern statt an Blüten. Es handelt sich bei den merkwürdigen Gebilden um Gallen, und das sind Kinderstuben für bestimmte Insekten, in diesem Fall für Rosengallwespen (Diplolepis rosae).

Galle als Speisekammer

kugelige Gebilde in Rosen
Rosengallwespen in enger Nachbarschaft

Gallen sind zwar pflanzliche Gebilde, aber sie entstehen nur, wenn bestimmte Tiere sie gewissermaßen initiieren. In diesem Fall legen Rosengallwespen im Mai / Juni an Stängeln oder Blättern der Rosen Eier ab. Sobald die Larven geschlüpft sind, beginnen sie, sich leicht in die jungen Blätter einzugraben, und lösen damit das Gallenwachstum aus. Das bedeutet, die Rose beginnt, spezielles Gewebe zu bilden, welches die Larven umschließt: die Galle. Für die Rosengallwespenkinder ist das um so praktischer, als sie sich genau von diesem Galleninneren ernähren. Die Galle ist Schutz und Speisekammer in einem. Das ist ähnlich ausgefuchst wie die Sache mit dem Haselnussbohrer, wenn ihr euch erinnert.

Blick in die Kinderstube

Diplolepis rosae Galle im Querschnitt, es ist gut zu sehen, dass mehrere Larven in kleinen Höhlen innerhalb der Galle leben.
Eine Kinderstube für viele Larven

Nachdem ich letztes Jahr nur eine einzige Galle an den Rosen hatte, sind es diesmal mehrere. Deshalb können wir jetzt gemeinsam einen Blick hinein werfen, andererseits aber auch die weitere Entwicklung verfolgen. Auf dem Bild rechts ist auch schon ohne Vergrößerung erkennbar, dass im Inneren der Galle gleich mehrere Larven hausen. Jede Larve hat eine eigene Kammer, in der sie frisst und wächst. Und jetzt macht euch noch einmal klar, dass es die Rose war, die dieses filigrane Gebilde gebaut hat… Das ist wieder mal so fantastisch!

Übrigens schadet es der Rose nicht, wenn die Rosengallwespen sie befallen. Sie bildet einfach ein paar Gallen, und der Rest (Blüten, Früchte usw.) läuft weiter wie geplant. Interessant ist noch, dass Gallwespen ausschließlich auf Wildrosen stehen. Bei genauem Hinsehen, stellte ich fest, dass das bei mir nicht anders ist: die Gallen sitzen ausschließlich an Wildtrieben, die ja auch bei veredelten Gartenrosen öfter mal auftreten (und die man normalerweise entfernt… gut, dass ich das übersehen hatte).

Aus dem Leben der Rosengallwespen…

Und wie geht es weiter mit den kleinen Larven und Wespen? Wir gucken mal. Ich lasse die verbliebenen Gallen wachsen, und im Herbst gibt’s dann das Neueste von Familie Diplolepis.

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