Elsternnest und Osternest

Das Frühjahr kommt spät, dieses Jahr, aber nun ist es nicht mehr aufzuhalten: Die Vögel haben begonnen, Nester zu bauen. Ein Vogelnest ist ja in der Regel eine heimliche Angelegenheit. So lange die Bäume allerdings noch kahl sind, haben wir freie Sicht auf zum Teil ganz unterschiedliche Nester. Bei manchen erkennt man auf die Ferne schon, wer hier gebaut hat: Ein Elsternnest beispielsweise ist absolut eindeutig.

Elsternnest mit Dach

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Elsternnest in einer Birke

In der großen Birke im Nachbargarten z. B. haben die Elstern wieder gebaut… Dabei war ich so erleichtert, dass ihr Nest vom letzten Jahr im Laufe des Winters abgestürzt war. Aber nein, sie fangen wieder an! Elstern gehören zu den allerersten Vögeln, die oft schon Ende Februar anfangen ihr Nest zu bauen. Elsternnester sind ziemlich groß und unordentlich. Ihr erkennt sie an dem charakteristischen „Dach“ aus Ästen, welches das dicke Vogelnest schützt.

Wer hier schon länger in meinem Blog ist, weiß, dass sowohl mein Verhältnis zu dieser Birke, als auch zu Elstern – sagen wir – ambivalent ist… Das „Unangenehme“ an Elstern ist, dass sie – wie gesagt – sehr früh brüten. Das bedeutet, sie sind mit dem Brutgeschäft fertig und nach den Strapazen besonders hungrig, wenn in anderen Nestern gerade die Jungvögel schlüpfen. Tja, und von dort oben aus dem Wipfel der Birke haben sie natürlich beste Aussicht auf alle anderen Nester. Letztes Jahr gab es keinen einzigen Jungvogel in meinem Garten, obwohl ich viele Nester hatte…

Sturm mit Folgen

Elsternnest im Sturm
Totalschaden nach Sturm
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Das zerstörte Elsternnest

Ein Tag später.

Nun ist es tatsächlich passiert: Die Sturmböen der letzten Nacht haben das Elsternnest zerlegt! Man erkennt deutlich die Lücken im Bau (Bild li., vgl. oben). Naja, und die Reste lagen halt auf der Straße… Immerhin ist jetzt schön zu sehen, wie Elstern ihr Nest bauen: Sie verkleben offenbar die ziemlich groben Stöcke mit Matsch, um den Bau stabil zu bekommen. Innen drin mag man es auch bei Familie Elster anscheinend weich gepolstert. Da ich sonst nichts gefunden habe, hoffe ich einfach mal, dass das Nest zwar fertig, aber noch nicht belegt oder bewohnt war. Natur hin oder her, das täte mir dann auch wieder leid…

Taubennester – wie geht das denn?

Eigentlich wollte ich gar nicht nur über das Elsternnest schreiben, denn ich habe ja noch viel mehr Nester für euch gesucht. Ich frage mich immer, wie das bei Tauben funktioniert: Tauben bauen gar kein richtiges Nest, sondern eigentlich nicht viel mehr als eine Plattform aus Stöcken (Foto unten, o. l.). Wie das funktioniert, dass weder Eier noch Jungvögel versehentlich hinunterkullern, ist mir wirklich ein Rätsel!

Vogelnester, Amselnest, Taubennest, Rotkehlchennest
Nester von Taube, Rotkehlchen, Amsel

Das gemütlicheste Vogelnest, das ich je gefunden habe, ist das vom Rotkehlchen (o. M.): Nur aus weichem Moos und Blättern mit einigen zarten Zweigen verwoben – sehr kuschelig. Rotkehlchennester befinden sich übrigens immer in Bodennähe, niemals weiter oben in Büschen oder Hecken. Dort finden wir eher die Nester von Singdrossel und Amsel. Diese sind so stabil zwischen die Zweige geflochten, dass sie dort Jahre überdauern. Ihr seht also, dass schon der Bauplatz eines Vogelnests etwas über den Vogel aussagen kann, der es gebaut hat. Also Augen auf, es gibt draußen wieder viel Spannendes zu sehen!

Ein Vogelnest der besonderen Art

Ein letztes Vogelnest will ich euch hier nicht vorenthalten, denn es ist etwas ganz Besonderes! Ich habe es in meiner Hecke entdeckt. Kommt mit und schaut euch an, was ich gefunden habe:

Frohe Ostern!

 

2 thoughts on “Elsternnest und Osternest”

  1. Hallo Helene,

    danke für deinen wieder mal tollen Beitrag und die lieben Ostergrüße! Euch wünsche ich ebenfalls ein frohes Osterfest.
    Corinna

    P.S. Hier kommt noch eine Anregung für deinen Blogg: ich hätte mir gerne einige deiner obigen Nest-Bilder näher angeschaut, da sie doch recht klein sind und man so nicht alles erkennen kann. Aber eine Vergrößerungsoption gibt es leider nicht. Falls das technisch machbar wäre, wäre das toll!

    1. Liebe Corinna, da hast du recht, das finde ich auch schade, aber ich bin technisch nicht so versiert, dass ich das Vergrößern beim Anklicken hinbekäme. Ist wirklich manchmal blöd. Gruß Helene.

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