Gewachsene Sonne

Im Bild unten links seht ihr meine Riesensonnenblumen in der Morgensonne (im Hintergrund übrigens meine Lieblingsbirke). Die drei größten sind im Gemüsebeet gewachsen – ist das eine Pracht! Wenn ich mich ganz oben auf die Leiter stelle und dann noch die Hände so weit es geht in die Luft strecke, erreiche ich doch nicht die Blüte der linken Sonnenblume. Das heißt die ist ungefähr 4,50 Meter hoch und steht dabei ungestützt wie ’ne Eins. Als ich so auf der Leiter zwischen meinen Sonnenblumen herumkletterte, bemerkte ich zweierlei: Zum einen besuchten nicht nur Bienen und Hummeln die Blüten, sondern auch Ameisen. Zum zweiten führte auf die eine Sonnenblume eine regelrechte Ameisenstraße, auf der geschäftiger Berufsverkehr herrschte. Also noch einmal die Leiter umgestellt und ganz nach oben geklettert. Da wurde das Ziel für die Geschäftigkeit gleich klar: Blattläuse saugten sich an der Sonne satt, die dort oben in voller Blüte stand. Wusstet ihr, dass Blattläuse eine ganz süße Flüssigkeit – man sagt auch „Honigtau“ – ausscheiden? Da sie Pflanzensäfte aus Gefäßen saugen, die unter gewissem Druck stehen, nehmen sie mehr Saft auf, als sie brauchen und scheiden die überschüssige Flüssigkeit und Zucker wieder aus. Ameisen lieben Honigtau! Deshalb: Wo Blattläuse sind, sind meistens auch Ameisen, die sich den Tau zum Verzehr von den Läusen holen. Im Gegenzug verteidigen sie die Läuse gegen Fraßfeinde.

Meine Sonnenblumen verblühen jetzt so langsam. Die Blütenköpfe neigen sich unter der Last der wachsenden Kerne täglich tiefer. Die gelben Zungenblüten außen vertiefen ihre Farbe ins Orangene, zerknittern und werden schon vereinzelt vom aufkommenden Wind abgezupft. Noch stehen sie und strahlen eine solche satte, sonnige Üppigkeit aus, dass sie auf diese Weise den großartigen langen Sommer ohne Wehmut in die herrliche Fülle des Herbstes hinüberführen. Eine wundervolle Jahreszeit!

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