Der genervte Ameisenlöwe

Letzte Woche habe ich mich doch noch entschlossen, mein Gewächshaus zu bepflanzen.  Noch während ich jätete, sprangen mir die vielen kleinen Trichter ins Auge, die meinen erschreckend trockenen Gewächshausboden dekorativ strukturierten. Ich wusste, dass es sich um Fangtrichter von Ameisenlöwen handelte und dachte, wir schauen uns die mal gemeinsam an:

Ameisenlöwe: gefährlicher Räuber

Ameisenlöwe, Larve von Ameisenjungfer
Ameisenlöwen graben sich Fangtrichter

Ein Ameisenlöwe ist die Larve der „gemeinen Ameisenjungfer“ (Palpares libelluloides). Diese gehört im Reich der Insekten zu den Netzflüglern, ist also z. B. mit den bekannten grünen Florfliegen verwandt. Vielleicht gelingt es mir, zu gegebener Zeit eine schlüpfen zu lassen, damit ich hier ein eigenes Foto einstellen kann. Während die Ameisenjungfer also ein fliegendes Insekt ist, ist ihr Nachwuchs absolut flügellos, eher unscheinbar und sackartig (s.o.). Aber ihr seht auch direkt: Er hat riesige Kieferzangen, die vorne weit über den Kopf hinaus ragen. Daran erkennt man, dass es sich um einem Räuber handelt. Und zwar mit einem Räuber, der über eine bemerkenswerte Fangmethode verfügt: Er baut nämlich diese irren Fangtrichter (Foto r.).

Eine ausgeklügelte Falle

Der Ameisenlöwe gräbt seinen Fangtrichter in trockenen Sand. Die Neigung der Trichterwand ist so „berechnet“, dass die Sandkörner gerade eben nicht ins Rutschen kommen. In dem Moment aber, wo z. B. eine Ameise einen Fuß auf die Wand setzt, kommt der Sand ins Rollen, und mit ihm die Ameise. Ganz unten in der Spitze des Trichters ist der Ameisenlöwe eingegraben und streckt seine Kiefer ins Freie, sodass das abrutschende Insekt direkt in die Zangen gerät. Guten Appetit – das ist Natur!

Aber es kommt noch besser: Der Ameisenlöwe verlässt sich nicht nur auf den perfekten Neigungswinkel seines Fangtrichters. Nein, er ist sogar in der Lage nachzuhelfen!! Und das habe ich mal für euch gefilmt, weil ich das absolut faszinierend fand. Rutscht Sand nach unten, spritzt der Löwe regelrechte Sandfontänen in die Höhe, die ein eventuell flüchtendes Beutetier mit ziemlicher Sicherheit endgültig zu Fall bringen. Schaut mal:

 

Ist das nicht der Wahnsinn, welche Sandmengen der da durch die Gegend schleudert?! Am Ende erkennt man ihn sogar unten im Trichter!

Spätestens zu dem Zeitpunkt war er glaube ich echt genervt von meinem Gänseblümchen. Ein genervter Ameisenlöwe! Und damit wünsche ich euch schöne Pfingsttage!

4 thoughts on “Der genervte Ameisenlöwe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *