Kastanienbraun

Klack – da fiel sie mir vor die Füße: Die stachelige Schale ist beim Aufprall auf das Kopfsteinpflaster in zwei Hälfte zerfallen und hat die runde, kastanienbraune Kugel vor meine Füße kullern lassen. Glatt und glänzend in einem warmen, dunklen Rotbraun schimmernd liegt sie jetzt schmeicheln auf meiner Handfläche. Ein bisschen seifig fühlt sie sich an, im ersten Moment kühl, in meiner geschlossenen Hand aber schnell angenehm warm, und für mich ist diese glänzende, frisch geschlüpfte Kastanie der Inbegriff des beginnenden Herbstes.

Als ich Kind war, hätte es ein Bild wie unten nicht gegeben. Alle Kinder haben Kastanien gesammelt – um zu basteln oder einfach nur, weil sie sich so schön in der Hand oder Hosentasche anfühlen. Wir haben zum Teil Äste in die Bäume geworfen, um die reifen Früchte zum Herunterfallen zu bewegen, denn meistens war jemand vor uns dagewesen und hatte den Boden unter den Kastanienbäumen leergesammelt. Heutzutage sammelt keiner mehr. Warum eigentlich nicht? Bastelt denn wirklich niemand mehr mit Kastanien?

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