Fichtenzapfen: Viel Mühe, wenig Futter

Je kälter und schneereicher der Winter, desto schwieriger ist es für die Tiere, ausreichend Nahrung zu finden. Da greift dann mancher gerne auf Fichtenzapfen zurück. Die enthalten zwar nur wenig Essbares, liegen dafür aber oft einfach so am Wildwechsel herum. Wenn ihr gerade einen Fichtenzapfen zur Hand habt, könnt ihr mal schauen, ob ihr im Zapfen noch die Samen findet. Dazu müsst ihr den Zapfen auseinanderdrehen, also letzten Endes kaputt machen.

Tannensamen und Zapfenschuppen
Samen von Nadelbäumen

In jeder Zapfenschuppe seht ihr dann ganz tief unten, da, wo die Schuppe an der Spindel festsitzt, zwei rundliche Samenkörner. Die Körner sind in ein trockenes Flug-Häutchen eingebettet, das sich in die Schuppe schmiegt. Diese winzigen Samen sind es, worauf es die Tiere bei ihrer Nahrungssuche abgesehen haben! Um da heranzukommen, nutzen Eichhörnchen & Co. verschiedenen Strategien, und aus diesem Grund sieht man es jedem abgenagten Zapfen an, wer an ihm gefuttert hat.

Wer war’s?

Habt ihr beim Zapfensammeln auch angefressene Zapfen gefunden und möchtet wissen, wer das gewesen ist? Also gut, los geht’s:

Diejenigen, die am häufigsten Fichtenzapfen futtern, sind die Eichhörnchen. Oft findet man regelrechte Futterplätze, wo sie offenbar in aller Ruhe Zapfen um Zapfen auseinandergenommen haben (unten links). Frisst ein Eichhörnchen an einem Zapfen, nimmt es ihn schön in die beiden Vorderpfoten und reißt Schuppe für Schuppe mit den kräftigen Zähnen ab, um an die Samen zu kommen. Dabei bleiben immer viele Zuppel und Fransen an der Zapfenspindel stehen (mittleres Foto, ganz oben).

Tut sich eine Maus an einem Zapfen gütlich, zeigt sich ein ganz anderes Bild, denn die Maus ist ja gewöhnlich viel kleiner als der Zapfen. Sie nagt die Schuppen mit ihren kleinen Mäusezähnchen sorgfältig ab, sodass eine ziemlich glatte Spindel ohne jeden Zuppel übrig bleibt (mittleres Foto, Mitte).

Buntspechte, die dritthäufigsten Zapfenvertilger, haben bekanntlich weder Pfoten noch Zähnchen, weshalb ihnen nichts anderes übrig bleibt, als auf den Zapfen herumzuhacken bis die Samen frei liegen. Die von ihnen bearbeiteten Zapfen sind voller Löcher und sehr derangiert (mittleres Foto, unten).

Und jetzt will ich euch auch noch sagen, warum die Spitze der aufgefressenden Zapfen nie angerührt wird: Wie ihr ja wisst, ist ein Zapfen ein Fruchtstand, der sich aus einem Blütenstand entwickelt. Die obersten Blüten des Blütenstandes sind steril und bilden deshalb überhaupt keine Samen. Was unsereiner gar nicht sieht, wissen Eichhörnchen & Co. schon lange und sparen sich so überflüssige Mühe.

5 thoughts on “Fichtenzapfen: Viel Mühe, wenig Futter”


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