Zapfenparade – Tanne, Fichte, Kiefer

Tannenzapfen gehören zum Winter, gehören zu Weihnachten. Es gibt sie in zauberhafter Vielfalt, sie sind lange haltbar und toll zum Dekorieren. Allerdings – und das haben die Zapfen auf meinem Foto oben alle gemeinsam – sie sind nicht von Tannen! Nein, denn echte Tannen-Zapfen fallen nie als Ganzes vom Baum, sondern zerfallen in ihre Einzelteile. Das sieht dann so aus wie auf dem Bild unten rechts: Schuppen und Samen fallen herunter, während die Zapfenspindeln auf den Ästen stehenbleiben. Ihr könnt also gar keine „Tannenzapfen“ in die Hand nehmen, es sei denn, ihr pflückt sie direkt aus den Baumwipfeln.

Das, womit wir es in der Regel zu tun haben, sind Fichten-, Kiefern- oder Lärchenzapfen. Zapfen sind die verholzten Fruchtstände der Coniferen, einer Unterklasse der Nadelhölzer. Bei allen Nadelgehölzen sind die Blüten eingeschlechtlich, d.h. es gibt getrennte männliche und weibliche Blüten. Die Zapfen sind letzten Endes die verholzten weiblichen Blütenstände. Die Samen brauchen mindestens 2 Jahre zum Reifen, deshalb sieht man hin und wieder auch grüne, fest geschlossene Zapfen. Im nächsten Jahr sind sie komplett verholzt, spreizen ihre Schuppen und entlassen die Samen, die mit einem häutigen Flügel ausgestattet sind (erkennbar unten rechts), ins Freie. Noch viel später werden die Zapfen dann abgeworfen, und ihr könnt „Tannenzapfen“ aufsammeln.

Zapfen-Parade im Detail

Welche Zapfen haben wir denn nun gefunden? Schaut euch meine Kollage unten links an: Ganz charakteristisch ist der Zapfen der Douglasie, bei dem ihr außer den kurzen runden Schuppen auch ganz lange dreizipfelige Schuppen erkennt. Der Zapfen der Rotfichte ist der klassische 08/15 „Tannenzapfen“, den man in unseren Wäldern am häufigsten findet. Die kleinen rundlichen, weit aufklaffenden Zapfen auf dem unteren Foto, sind von der Waldkiefer, und der ganz große lange ist von einer Weymouths-Kiefer. Letzterer kann zwischen 8 und 20 cm lang werden, ist aber aufgrund seiner langen, spitzen und gebogenen Form unverkennbar. Außerdem ist er so harzig, dass ihr direkt klebrige Finger bekommt, wenn ihr ihn in die Hand nehmt.

Auf dem Beitragsbild oben rechts könnt ihr noch eine weitere Sorte Zapfen erkennen: Die niedlichen runden Lärchenzapfen, unverwechselbar, weil sie in Gruppen sitzen und immer samt Ästchen herunterfallen. Dann viel Spaß beim Sammeln!

 

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